Ressourceneffiziente Nutzung von Über- und Ausschüssen der Textilindustrie durch die regionale Schaffung von Kreisläufen
Neben Textilabfällen aus privaten Haushalten, deren stoffliche Verwertung aufgrund der Vielfalt von Bekleidung herausfordernd bleibt, entstehen im gewerblichen Bereich große Mengen teilweise sortenreiner Textilabfälle. Diese fallen insbesondere in der Produktion an, etwa als Verschnitte oder Garnreste, oder in Form von Überschüssen oder Fehlproduktionen. Durch die bekannte Materialzusammensetzung und vergleichsweise geringe Verschmutzung bieten die Reststoffe großes Potenzial für eine hochwertige Verwertung in einer zirkulären Textilwirtschaft.
ÜBER-AUS verfolgt das Ziel, Post-Industrial- und Pre-Consumer-Reststoffströme durch geeignete Geschäftsmodelle, Produktdesigns und Produktionsprozesse zu verringern und ihre stoffliche Verwertung durch gezielte Sammlung, Sortierung, Kaskadennutzung, Tracking und Recycling zu verbessern. Gleichzeitig sollen neue Einsatz- und Vermarktungsmöglichkeiten für Rezyklate erschlossen werden.
Eine besondere Herausforderung sind die global verzweigten Lieferketten und die oft großen räumlichen Distanzen zwischen den verschiedenen Akteuren sowie deren schwache Vernetzung. ÜBER-AUS fokussiert daher auf den Raum Südwestdeutschland und entwickelt und erprobt regionale Anwendungsfälle für technische Textilien und Bekleidung über örtlicher Vernetzung und Partnerschaften. So sollen Kreislaufwirtschaft, regionale Kooperationen und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten gestärkt werden. Zur Bewertung der Umwelt- und Ressourceneffekte werden die erprobten Textilkreisläufe über den gesamten Lebenszyklus bilanziert.