Ein Auszug unserer aktuellen Forschungsprojekte:

Derzeit gibt es noch immer Wissenslücken hinsichtlich des Faseraustrages während der Wäsche und der Haupteinflussfaktoren. Detaillierte Untersuchungen erfordern präzise und reproduzierbare analytische Methoden. Im Projekt wurde zunächst eine Messmethode auf Basis der dynamischen Bildanalyse etabliert, die es ermöglicht Fasern direkt im Abwasser zu analysieren. Unter praxisrelevanten Gebrauchsszenarien wurden verschiedene leasing-relevante Textilien hinsichtlich des Faserabriebs untersucht. Dabei wurde zum einen der Einfluss der Sinnerschen Parameter hinsichtlich der Faserfreisetzung analysiert. Diese Untersuchungen wurden einem Waschprozess zugrunde gelegt, der sich an die Bedingungen der gewerblichen Wiederaufbereitung anlehnt. Zum anderen wurden Gebrauchsbeanspruchungen simuliert und die Auswirkungen auf die Faserfreisetzung im anschließenden Waschprozess bestimmt.

Zusätzlich wurden Praxisabwässer aus verschiedenen Stufen eines gewerblichen Wiederaufbereitungprozesses sowie Proben aus verschiedenen Reinigungsstufen der wäschereieigenen Kläranlage untersucht. Trotz der komplexen Zusammensetzung der Abwässer war es möglich mit dem etablierten Messverfahren die Proben hinsichtlich der Fasermenge zu analysieren.

In einer weiteren Versuchsreihe wurde untersucht, inwieweit der Faserabrieb durch Textilausrüstungen minimiert werden kann. Im Hinblick auf anwendungsorientierte Reduzierungsmöglichkeiten besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf.

Zur Gestaltung von Bekleidung, PSA, Arbeitsplätzen und Mensch-Maschine-Schnittstellen werden anthropometrische Daten genutzt. Hierbei kommen grundsätzlich zwei unterschiedliche Maßsysteme zum Einsatz: Größentabellen und Ergonomie-Normen. In der Konfektion beschreiben die Größentabellen die bekannten Konfektionsgrößen und dienen als Grundlage für die Schnittentwicklung und Passformsicherung. Allerdings können diese Größentabellen die Funktionsanforderungen an Berufs- und Schutzbekleidung nur unzureichend abdecken. Körpermaße verändern sich durch die Bewegung des Körpers, was in den Standardgrößentabellen für Konfektionsgrößen nicht berücksichtigt wird. Die bewegungsbedingte Bandbreite von Körpermaßen werden in den sogenannten Ergonomie-Normen abgebildet, in denen z.B. verschiedene Armreichweiten beschrieben sind. Allerdings werden in den Normen Perzentile und keine Größen dargestellt. Perzentile sind aber nur Prozentangaben, um die Verteilung eines Maßes innerhalb einer Personenstichprobe zu beschreiben. Sie haben keinen Bezug zur Konfektionsgröße. Was daher fehlt, ist die Verbindung zwischen beiden Systemen. Bislang aber war ein Maßstandard, der sowohl den Größenbezug, als auch die Bewegung des Körpers bei der Arbeit berücksichtigt, nicht verfügbar.

Im Forschungsprojekt „Funktionsmaße“ wurde erstmals die Variabilität von Körpermaßen erforscht. Dabei stand die 3D-Analyse der Körpermaße von Frauen und Männern in verschiedenen Körperhaltungen mittels 3D-BodyScanner im Fokus der Arbeiten. Insgesamt wurden 93 Probanden in 10 verschiedenen Haltungen (siehe Abbildung 2) gescannt und die Körpermaße in jeweiligen relevanten Haltungen ermittelt.

Mit den Projektergebnissen werden der Bekleidungsindustrie neue Entwicklungsgrundlagen für die Herstellung von funktioneller Bekleidung mit hohem ergonomischen Tragekomfort bereitgestellt. Unmittelbare Nutzer sind Hersteller für Berufsbekleidung, Persönliche Schutzausrüstung sowie Sport- und Outdoor-Bekleidung. Die Projektergebnisse können zukünftig in der Schnittentwicklung eingesetzt, aber auch für die Passform-Sicherung genutzt werden. Mittelbare Nutzer der Ergebnisse sind sowohl alle klein und mittelständisch geprägten Unternehmen der Bekleidungsindustrie als auch die Hersteller und Anwender der 3D Konstruktions-und Simulationssysteme, welche von den Funktionsmaßen bzw. der Kenntnis über die durchschnittliche Veränderung der Körpermaße in der Bewegung wichtige Informationen für die Simulation ableiten können.

In diesem Gemeinschaftsprojekt des Hohenstein Institut für Textilinnovation gGmbH und dem Fraunhofer IGB in Straubing wurde eine wasser- und schmutzabweisende Funktionalisierung auf Protein-Basis entwickelt. Diese soll in Zukunft als natürliches Hydrophobierungsmittels eingesetzt werden können. Hydrophobe Eigenschaften sind für viele Oberflächen von großer Bedeutung. Im textilen Bereich vor allem für beispielsweise Outdoor-Produkte und medizinische Textilien, aber auch zum Schutz der Fasern vor mikrobieller Zersetzung. Ziel war, eine ökonomisch und nachhaltig stabile hydrophobe Funktionalisierung von Cellulose-haltigen Textilien und Oberflächen durch biotechnologisch hergestellte Fusionsproteine zu entwickeln.