Presseinformation

31.08.2017 | 751-DE

Ressourcen optimal nutzen

Enorme Verbräuche an Wasser und Waschchemikalien, zudem gefährliche Abwässer, stellen immense Herausforderungen an die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit von Wäschereien dar. Im Verbundprojekt „REWARD“ untersuchen Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland und Polen effektive, praxisnahe Strategien für die Verwertung von Abwässern aus gewerblichen Waschprozessen. Das Forschungsprojekt setzt sich zum Ziel, eine innovative Technologie zur Wiederverwendung von Wasser zu entwickeln, um ein optimales, nachhaltiges Wasser- und Ressourcenmanagement in der Wäschereibranche zu etablieren.

BÖNNIGHEIM (ab) Gewerbliche Wäschereien sind ein wichtiger industrieller Zweig in Europa. Mit einem hohen Anspruch an die Qualität der Waschprozesse sichern sie die Hygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen, beliefern die Industrie mit sauberer, funktionstüchtiger Berufsbekleidung und erfüllen die täglichen Anforderungen an die Sauberkeit in den Hotel- und Gastronomiebranchen. Bei den gewerblichen Waschprozessen wird jedoch viel Wasser verbraucht und Waschmittelchemikalien ins Abwasser eingeleitet. Dies ist einerseits mit hohen Kosten für die Branche verbunden, andererseits belasten die Abwässer aus den Wäschereien die Umwelt.

Die bisherigen Lösungsansätze für die Wiederverwendung von Abwässern aus Wäschereien erwiesen sich bislang als nicht praxistauglich oder wirtschaftlich effizient: Recyclingraten von kostbaren Waschmittelinhaltsstoffen sind bisher sehr niedrig, Wartungskosten durch Verblocken der Filtermembranen sehr hoch und die Wasseraufbereitung durch Abtrennung von Mikroorganismen und Schmutz noch nicht optimal.

Das Ziel des Verbundprojekts „REWARD“ ist es, innovative und effiziente Technologien für die Wäschereibranche zu entwickeln, um eine optimale Nutzung der Ressourcen Wasser und Waschmittelchemie sicherzustellen. Das neue Recyclingkonzept soll nach der Entwicklungsphase direkt in einer polnischen Wäscherei unter Praxisbedingungen untersucht werden. Geplant ist, mit der neuentwickelten Technologie nahezu das gesamte Abwasser aus gewerblichen Waschprozessen wiederzuverwenden. Die Qualität der Waschprozesse, unter anderem Hygiene und Werterhalt der gewaschenen Textilien, sollen bei Einführung des neuen Recyclingkonzepts erhalten bleiben. Das nachhaltige Wasser- und Ressourcenmanagement soll zur Steigerung des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit in der Wäschereibranche führen.

Die Bedeutung von Hygiene im europäischen Gesundheitswesen steigt stetig und die normativ geregelten Anforderungen an den Schutz der Mitarbeiter in der verarbeitenden Industrie werden noch strikter. Daher wird die Bedeutung der Wäschereibranche zukünftig noch eine größere Rolle für die europäische Gesellschaft spielen. Deshalb ist es notwendig, die Wasser- und Ressourcenkosten in der Wäschereibranche durch Einführung innovativer Recyclingkonzepte zu reduzieren, und die Branche somit wirtschaftlich zu stärken. Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen in den Wäschereien führt zu positiven Effekten hinsichtlich des Umweltschutzes, was ebenfalls der Gesellschaft zu Gute kommt.

Um diese Herausforderungen in dem Forschungsprojekt zu meistern, wird eine innovative Recycling-Technologie entwickelt, dessen Herzstück die Dipolinduktions-Technologie (Fa. AQON, www.aqon-gmbh.com) und eine maßgeschneiderte Membranfiltration (Fa. Atec, www.atec-nu.de) bilden. Die Dipolinduktions-Technologie arbeitet mit gepulsten elektrischen Feldern und verhilft zu besserer Abtrennbarkeit von Schmutz aus dem Abwasser. Weiterhin werden unter anderem Membranen in der Filtrationsanlage speziell angepasst, um die bestmöglichen Recyclingquoten von Waschmittelinhaltsstoffen zu realisieren.

Das Konzept wird zunächst im Labormaßstab untersucht und anschließend direkt in der Praxis in der polnischen Wäscherei in Sierpc angewandt.

Durch die Bündelung deutsch-polnischer Forschungskompetenzen sind die besten Bedingungen für ein optimiertes, wirtschaftliches und nachhaltiges Recyclingkonzept gegeben, das vielen industriellen Nutzern zur Verfügung steht. Von dem Projekt können zunächst die gewerblichen Wäschereien immens profitieren, da dies zur Steigerung der Nachhaltigkeit und zur Reduzierung der Kosten in der Branche führen würde. Das Konzept kann aber auch auf weitere industrielle Wirtschaftszweige übertragen werden, wie beispielsweise die Lebensmittelindustrie.

Das Verbundprojekt „Entwicklung eines nachhaltigen Recyclingverfahrens für Wasser und Waschmittelkomponenten für gewerbliche Wäschereien (REWARD)“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Deutsch-Polnische Nachhaltigkeitsforschung II (STAIR)“ gefördert.

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