Projektträger
AiF
Förderprogramm
IGF-Normalverfahren
Projekt-Nr.
IGF-Nr. 18995 N
Projektleiter
Martin Harnisch & Angela Mahr-Erhardt
Projektstatus
Abgeschlossen
Projektlaufzeit
01.01.2016 - 31.12.2017

Grundsatzuntersuchung zur Druckreduktion im Bereich der Schultern und Verbesserung des hautsensorischen Tragekomforts durch optimierte BH-Trägersysteme

Unangepasste BH-Träger sind problematisch, weil diese kurzfristig unangenehm sind und die Oberhaut schädigen können. Langfristig führen insbesondere schmale Träger in Verbindung mit großen Cups zu Veränderungen des Bindegewebes der Unterhaut. Voruntersuchungen des HIT zeigten, dass es bereits in jungen Jahren zu bleibenden Veränderungen im Schulterbereich kommt und sich dies mit zunehmendem Alter verstärkt.

In der Analyse der Hautdeformationen sind die Veränderungen im Schulterbereich bei Frauen untersucht worden. Dazu wurden ca. 6000 3D-Scandatensätze hinsichtlich ihrer Eignung und ihrer Konsistenz geprüft. Anschließend erfolgte eine Clusterung der Daten nach Alter, Unterbrustumfang und Cupausprägung. Die jeweiligen Deformationen wurden unter Berücksichtigung von Alter und Brustausprägung untersucht und statistisch ausgewertet. Die Messmethoden der Hautsensorik wurden an die Erfordernisse von BH-Trägern angepasst und eine Auswahl an BH-Trägern wurde entsprechend ihrer hautsensorischen Eigenschaften charakterisiert.

Im Forschungsvorhaben wurde weiterhin eine Methode entwickelt, um die von der weiblichen Brust auf den BH übertragene Gewichtskraft zu ermitteln. Der Messablauf wurde unter Berücksichtigung von verschiedenen Einflussfaktoren wie z.B. Atmung entwickelt.

Des Weiteren wurde eine Methode zur Druckmessung im Schulterbereich eines Messtorsos und für Probandinnen entwickelt. Mit Hilfe des Messtorsos wurden alle BHs untersucht und anhand der Ergebnisse erfolgte eine beispielhafte Auswahl von BHs für die Druckmessung mit Probandinnen. Hinsichtlich der Ermittlung des Druckes mit Probandenversuchen und der Vergleichbarkeit von Messtorso/Probandinnen besteht weiterer Forschungsbedarf, insbesondere um die Reproduzierbarkeit der Versuche mit Testpersonen zu erhöhen. Jedoch kann mit beiden Methoden die Druckverteilung von BH-Trägern charakterisiert und verschiedene BH-Konstruktionen voneinander unterschieden werden. Anhand der Ergebnisse lassen sich geeignete Konstruktionsempfehlungen ableiten. Die industrielle Umsetzung der Projektergebnisse ist sowohl kurz- als auch langfristig zu erwarten, wie das große Interesse seitens der Miederwaren- und Bekleidungsindustrie am Projekt zeigte.

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