Hautsensorische Komfortnote

Um die hautsensorische Komfortnote ermitteln zu können, müssen Textilien sieben Prüfungen durchlaufen, welche sowohl Auskunft über die hautsensorischen als auch thermophysiologischen Eigenschaften geben.

Hautsensorische Prüfungen:
1. Biegesteifigkeit

Zur Ermittlung der Steifigkeit eines textilen Materials wird in einer Messeinrichtung per Laserstrahl der Biegewinkel des auf einem dünnen Stab aufgelegten Stoffstreifens gemessen. Die Wissenschaftler der Hohenstein Institute haben auf Basis ihrer jahrelangen Erfahrung für verschiedene Produkt- und Einsatzbereiche Vorgaben definiert, die einen optimalen Tragekomfort gewährleisten und mechanische Hautirritationen auf Grund zu hoher Biegesteifigkeit ausschließen.

2. Benetzungsindex/Sorptionsindex

Mit zunehmender Feuchtigkeit wird die Sensibilität der Haut für mechanische Irritationen größer. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ein textiles Material Schweiß möglichst rasch von der Haut abtransportiert. Der Sorptionsindex gibt die Geschwindigkeit an, mit der ein auf das Textil auftreffender Wassertropfen von diesem absorbiert wird. Dazu wird ein Wassertropfen auf die Textilprobe aufgebracht und über eine Videokamera beobachtet. Der Kontaktwinkel des Wassertropfens auf der Textiloberfläche wird kontinuierlich ermittelt und damit festgehalten, wie schnell das Material flüssigen Schweiß aufnimmt.

3. Oberflächenindex

Der Oberflächenindex beschreibt die Glätte oder Haarigkeit eines Textils. Hierzu zeichnet eine Kamera ein Bild des Querschnitts eines Textils auf. Anschließend wird berechnet, wie hoch die Anzahl und Größe abstehender Fasern des Gewebes ist. Mit dem Oberflächenindex lässt sich z. B. beurteilen, ob ein Textil kratzt oder es sich zu glatt anfühlt.

4. Kontaktpunkte

An einen Oberflächenscanner angekoppelte Bildanalyse-Systeme zeigen die Anzahl der Kontaktpunkte sowie die Oberflächenstruktur für Textilien auf. Diese dienen als Maßstab für die Bestimmung der Kontaktfläche des textilen Materials mit der Haut. Im Rahmen jahrzehntelanger Forschung haben die Hohensteiner Wissenschaftler Richtwerte für die optimale Zahl von Kontaktpunkten für Textilien definiert.

5. Klebeindex

Eine gesinterte Glasplatte, der Wasser zugeführt wird, simuliert die schwitzende Haut. Die fixierte Textilprobe wird über die Platte gezogen. Die dazu notwendige Kraft ergibt den sogenannten Klebeindex, anhand dessen sich beurteilen lässt, ob das Textil beim Schwitzen unangenehm an der Haut kleben wird.

Labortests zur Hautsensorik führen wir mit eigens entwickelten Prüfgeräten und nach akkreditierten Prüfvorschriften durch.

Thermophysiologische Prüfungen:

Da sowohl der trockene wie auch der feuchte Wärmefluss, der von der Haut ausgeht, einen Einfluss auf das hautsensorische Empfinden haben, sind auch thermophysiologische Messungen zu den eigentlichen hautsensorischen Messungen notwendig.

6. Atmungsaktivität

Den Wasserdampfdurchgangswiderstand messen die Hohenstein Institute mit Hilfe des Hautmodells im Klimaschrank. Es simuliert hierfür den feuchten Wärmefluss der Haut, das insensible Schwitzen. Das zu prüfende Textil liegt auf einer Heizplatte, durch deren „Poren“ Wasser tritt. Durch Verdunstung entsteht Wasserdampf, der abhängig von der „Atmungsaktivität“ des Textil von der Platte weg nach außen transportiert. Die ausschlaggebende Rolle bei der Messung spielt die Energie, die benötigt wird, um die Temperatur des Hautmodells konstant zu halten und Wasserdampf zu erzeugen. Aus den Messdaten wird der Wasserdampfdurchgangswiderstand gemessen und die „Atmungsaktivität“ bestimmt.

7. Wärmeisolation

Gemessen wird, wie ein Textil die Wärme, die vom Körper ausgeht, zurückhält. Dabei simuliert das Hautmodell den trockenen Wärmefluss der Haut, die Wärmeabgabe. Die Heizplatte weist bei der Messung eine höhere Temperatur als ihre Umgebung auf. Hierdurch kühlt die Platte, abhängig von der wärmeisolierenden Eigenschaft des Textils, ab. Um eine konstante Temperatur zu halten, wird die Metallplatte durch Energiezufuhr erhitzt. Anhand der Messwerte kann die Wärmeisolation des Prüfmusters berechnet werden.

Bei thermophysiologische Prüfungen kommt das Hautmodell zum Einsatz. Dieses simuliert die Schweiß- und Wärmeabgabe der Haut. Die Prüfung findet unter standardisierten Bedingungen in einem Klimaschrank mit definierter Prüfumgebung nach DIN EN 31092/ ISO 11092 statt.

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