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23.06.2015 | 454-DE

Wenn die Sonne lacht

UV-Schutzkleidung liegt im Trend

BÖNNIGHEIM (ri) Bei strahlendem Sonnenschein das Frühjahr und den Sommer genießen –das ist eine Wohltat für die Seele. Für die empfindliche Haut von Kindern kann ein Zuviel an Sonnenstrahlung aber gefährlich werden. Mit spezieller UV-Schutzkleidung, die aus Fasern mit „eingebautem Sonnenschutzfaktor“ besonders dicht gewebt ist, können verantwortungsvolle Eltern ihre Kinder effektiv vor Hautschäden schützen. Noch vor einigen Jahren ein Nischenprodukt liegt Sonnenschutzkleidung voll im Trend. Wie aber wird die Spezialkleidung von den Kids akzeptiert und wie reagiert die Umwelt auf Langarm-Shirt & Co. im Schwimmbad und am Badesee?

Diesen Fragen ist das internationale Textilforschungszentrum Hohenstein Institute in Bönnigheim nachgegangen. Das Team von Dr. Andreas Schmidt stattete in Zusammenarbeit mit einem namhaften Hersteller 143 Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren mit Sonnenschutzkleidung aus. Anhand eines Fragebogens beurteilten die Eltern nach einigen Wochen wichtige Faktoren wie den Tragekomfort, skizzierten das Trageverhalten und die Reaktionen der Umwelt sowie der Kinder selbst.

Diese fiel besonders gut aus: über 88% der Kinder (126) zogen die Kleidungsstücke sehr gerne oder gerne an. Auch den Tragekomfort beurteilten über 84% der Kinder (121) positiv. Bedenken von Eltern, dass die zumeist langarmigen Oberteile und knöchellangen Hosen von den Kindern beim Spiel im Wasser und in der Sonne als unangenehm empfunden werden könnten, bewahrheiteten sich nicht, denn die hochwertigen Markenprodukte trockneten besonders schnell. Zudem folgten die meisten Eltern dem Rat Dr. Schmidts: „Kinder sollten nach dem Aufenthalt im Wasser die nasse Schutzkleidung gegen einen trockenen Satz tauschen, um ein übermäßiges Auskühlen des Körpers zu verhindern. Eine Empfehlung die übrigens auch bei `normaler´ Badebekleidung gilt.“

Getragen wurden die UV-Schutzkleidung von den kleinen Probanden vor allem im eigenen Garten (103/44,8%) und Freibad (81/35,2%). In Einzelfällen berichteten die Eltern davon, dass den Kindern der Zugang zum Schwimmbecken vom Aufsichtspersonal zunächst mit Hinweis auf die ungewöhnliche Badebekleidung verwehrt wurde. Erst nach entsprechender Aufklärung durch die Eltern, durften auch die Shirts im Wasser getragen werden.

Für Dr. Schmidt sind diese Fälle ein Beleg dafür, dass selbst bei Menschen, die sich von Berufs wegen intensiv mit dem Thema Sonnenschutz beschäftigen, wie z. B. Bademeistern, noch ein großer Informationsbedarf hinsichtlich der Vorteile von UV-Schutztextilien besteht: „Mit speziellen Textilien lassen sich UV-Schutzfaktoren (UPF) von 80 und mehr erreichen – und das auf Dauer. Das ist deutlich mehr als kosmetische Sonnenschutzmittel leisten können. Damit kann sich selbst ein Kind mit dem empfindlichen Hauttyp 1 ungefährdet den gesamten Tag über im Freien bewegen.“ Vorausgesetzt natürlich, dass alle nicht von den Textilien bedeckten Hautpartien mit Sunblockern ebenfalls ausreichend geschützt sind. Für Dr. Schmidt muss der UPF zudem durch ein praxisnahes Prüfverfahren ermittelt worden sein: „Verlässliche Werte, die auch das Nasswerden und die Dehnung des Gewebes und dadurch die drastische Reduzierung des UV-Schutzes berücksichtigen, bietet lediglich die Messung nach dem UV Standard 801.“

Den Nutzen der UV-Schutzkleidung stellten die Versuchsteilnehmer und ihre Spielkameraden nicht in Frage, modische Aspekte wie Farbauswahl und Dessins wurden dagegen heftig diskutiert. Bereits die Kleinsten zeigten hier klare individuelle Präferenzen. Als eine der Hauptforderungen aus dem Kreis der Teenager vermerkte Dr. Schmidt in seinem Abschlussbericht: „Die Motive ab Größe 140 wurden als zu kindlich und uncool eingestuft.“ Ein Problem, dass die Hersteller sicherlich kurzfristig lösen können, so dass dem weiteren Siegeszug von Sonnenschutzkleidung weiter nichts im Wege steht. Denn immerhin gaben 75,5% der am Test beteiligten Eltern an, für ihre Kinder künftig UV-Schutzkleidung kaufen zu wollen.

Weitere Informationen zum Thema textiler Sonnenschutz gibt es im Internet unter www.uvstandard801.de.

Welche Vorteile bieten Textilien als Sonnenschutz?

Der Schutz, den Textilien vor UV-Strahlung bieten, wird als UV-Schutzfaktor (UPF = Ultraviolet Protection Factor) angegeben. Dieser entspricht in der Aussage dem Lichtschutzfaktor (LSF) bei Sonnencremes. Ein einfaches weißes Baumwollhemd verfügt demnach z. B. über einen UPF von 10, dichte dunklere Baumwollkleidung erreicht Werte von ca. 20. Spezielle Webkonstruktionen und UV-Strahlen absorbierende Chemiefasern ermöglichen bei speziellen UV-Schutztextilien aber sogar UPF-Werte von bis zu 80, gemessen nach dem UV Standard 801 und sind damit deutlich effektiver als kosmetische Sonnenschutzmittel.

Woran erkennt man Textilien mit hohem UV-Schutzfaktor?

Durch den bloßen Augenschein lässt sich nicht beurteilen, wie gut ein textiles Material vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Deshalb ist man bei der Auswahl geeigneter Kleidung auf die entsprechende Produktauszeichnung der Hersteller angewiesen. Die führenden europäischen Anbieter lassen ihre Produkte nach dem UV-Standard 801 von neutralen Prüfinstituten unter Gebrauchsbedingungen untersuchen. D. h. Parameter wie Durchnässung, Dehnung, Abrieb oder Pflege werden berücksichtigt. Auf diese Weise ist eine realistische Beurteilung der UV-Schutzwirkung eines Textilprodukts möglich, die als UV Protection Factor auf dem Label ausgewiesen wird. Die angegebene Zahl entspricht dem Lichtschutzfaktor (LSF) auf Sonnencremes.

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