Presseinformation

20.09.2017 | 757-DE

Industrienahe Forschung – kreativer Motor und Garant für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstandes

Catherine Kern und Dr. Markus Rösler (Bündnis 90/Die Grünen) zu Besuch bei der Hohenstein Group

BÖNNIGHEIM (hm) Die mittlerweile 76 gemeinnützigen Forschungseinrichtungen der Zuse-Gemeinschaft wie das Hohenstein Institut für Textilinnovation gGmbH unterstützen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit einer Größe von maximal 500 Mitarbeitern durch Kooperationsforschung und Transferprojekte seit vielen Jahren verlässlich dabei, neue Produkte und innovative Verfahren erfolgreich im Markt zu etablieren. Wie die Zusammenarbeit solcher Forschungsinstitute mit den Partnern aus dem Mittelstand konkret aussieht und warum die mittelständisch geprägte Forschung künftig durch Bundesmittel gefördert werden sollte, darüber tauschten sich die grüne Bundestagskandidatin Catherine Kern (Wahlkreis Neckar-Zaber 266) und der grüne Landtagsabgeordnete Dr. Markus Rösler anlässlich ihres Besuchs am 19. September in Hohenstein mit Institutsleiter Prof. Dr. Stefan Mecheels aus.

„Der deutsche Mittelstand ist immer noch Weltspitze“, erklärt Mecheels, CEO und Inhaber der familiengeführten Hohenstein Group, selbst ein weltweit renommiertes Forschungs- und Dienstleistungszentrum für die gesamte textile Kette und zugehörige Branchen. „Damit das auch in Zukunft so bleibt“, betont Mecheels, „brauchen die mittelständischen Betriebe dringend Unterstützung durch industrienahe Einrichtungen wie unser Institut. Denn viele der Unternehmen haben immer häufiger selbst keine finanziellen und personellen Ressourcen für Forschung und Entwicklung, um ihre innovativen Produktideen konsequent bis in den Markt zu bringen.“ Kern und Rösler bedankten sich bei Mecheels stellvertretend für die baden-württembergische Wirtschaft für deren vorbildliches Engagement: „Nur dank der qualitativ hochwertigen Arbeit in den Unternehmen gerade auch in Baden-Württemberg mit zahlreichen kreativen Köpfen, Patentanmeldungen und Weltmarktführern in vielen Spezialbereichen sowie den damit verbundenen Steuereinnahmen können Bund und Land wichtige Zukunftsaufgaben der Gesellschaft in Bildung und Forschung finanzieren“. Kern und Rösler zeigten sich auch beeindruckt vom kontinuierlichen Wachstum der Arbeitsplätze am Standort Bönnigheim: Waren es 1995 bei der Übernahme durch Prof. Dr. Stefan Mecheels von seinem Vater noch 120 Mitarbeiter, stieg die Anzahl bis heute auf rund 1.000 Angestellte, davon 600 in Bönnigheim.

Die Arbeit der Hohenstein Group und den gleichartig ausgerichteten Forschungseinrichtungen der Zuse-Gemeinschaft dient vor diesem Hintergrund als Motor und Innovationsgarant für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstandes. Dazu gehören 99 Prozent aller Unternehmen in der Bundesrepublik, die zusammen jährlich rund 55 Prozent der gesamten Nettowertschöpfung erwirtschaften. Gegenüber den Grünen-Politikern Kern und Rösler setzte sich Mecheels deshalb nachdrücklich für ein Umdenken auf politischer Ebene ein – hin zu einer systematischen und dauerhaften Förderung der praxisnahen Forschung durch Bundesmittel, gewissermaßen als dritte Säule neben den Hochschulen und den vom Bund und den Ländern gemeinsam geförderten großen Forschungseinrichtungen. Kern und Rösler sagten zu, die bisher ablehnende Position des Bundeswissenschaftsministeriums kritisch zu hinterfragen und hierzu in Kontakt mit den für Wissenschaft zuständigen grünen Bundestagsabgeordneten zu treten.

„Die optimale Lösung für uns als Forschungs- und Entwicklungspartner im Dienste von KMUs wäre ein eigenständiges, bundesweites Förderprogramm“, fasst Mecheels die Forderungen der Zuse-Mitglieder zusammen. Darüber hinaus benötigt die anwendungsorientierte Forschung Investitionen für Geräte und bauliche Infrastruktur sowie einen gleichberechtigten und diskriminierungsfreien Zugang zu den Förderprogrammen des Bundes. Ebenfalls sehr hilfreich wäre eine Grundfinanzierung für die Forschungsinstitute, mit der sich die wissenschaftliche Kompetenz planbar sicherstellen lässt und welche die notwendigen Mittel für die Vorlaufforschung zur Erschließung zukunftsträchtiger Technologiefelder bereitstellt.

>> www.hohenstein.de
>> www.zuse-gemeinschaft.de
>> www.facebook.com/catherinekerngruene
>> www.markusroesler.de

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