Presseinformation

22.06.2016 | 701-DE

Pollen auf Kleidung – so verringern Sie die Allergenbelastung

Spezielle Veredlung und neue Pollenprüfstrecke bieten Heuschnupfengeplagten künftig Linderung im Alltag mit Textilien

BÖNNIGHEIM (atb, dh) Im Rahmen einer gemeinsamen Pilotstudie haben Wissenschaftler des William Küster Instituts an den Hohenstein Instituten und der CHT R. Beitlich GmbH in Tübingen wichtige Grundlagen für ein „Pollenmanagement“ mit textilen Flächen entwickelt. Mit Hilfe einer Pollenprüfstrecke lässt sich das Pollen-Allergierisiko textiler Flächen künftig exakt beurteilen, um Allergikern, die auf Blütenstaub reagieren, Linderung zu verschaffen.

Im Gegensatz zu Hausstaub-Allergikern, die sich mit Encasings vor Milben schützen können, existiert für Pollen-Allergiker bislang kein wirksamer textiler Schutz. In Deutschland leidet etwa jeder Sechste der Bevölkerung unter Heuschnupfen. Für Heuschnupfengeplagte beginnt in jedem Frühling die Zeit des Nasenkribbelns, der Niesattacken und der geröteten Augen: Pollen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Getreide sind Auslöser solcher Symptome. Der Blütenstaub haftet gerne auf Kleidung oder Heimtextilien und findet über die Atemwege Eingang in den Körper, wo er bei überempfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslöst. Entweder über den Pollenflug, oder über die Kleidung gelangt der Pollen darüber hinaus schließlich auch in Innenräume, wo er dauerhaft an Vorhängen, Sofas, Teppichen oder auch Bettwaren haftet.

Um diesen permanenten Expositionsquellen zu begegnen, haben Wissenschaftler der CHT R. Beitlich GmbH zwei spezielle Pollenschutz-Textilausrüstungen entwickelt. Die beiden biofunktionellen Ausrüstungen wirken dabei gegensätzlich, und zwar je nach Beschichtungsmaterial: entweder pollenabweisend oder auch pollenbindend. Der oberflächenphysikalische Ansatz basiert auf der Maximierung oder Minimierung der Haftungskräfte/Klebrigkeit der Pollen auf der Textiloberfläche, die über Konvektion oder Diffusion dorthin gelangten. So kann beispielsweise die Bekleidung pollenabweisende Eigenschaften aufweisen, um den Eintrag des Blütenstaubs in die Wohnung nach einem Frühlingsspaziergang zu reduzieren, während Heimtextilien wie Sofas, Teppiche und Vorhänge vorteilhafterweise eine pollenbindende Wirkung aufweisen sollten, um den lästigen Allergieauslöser möglichst vom Allergiker fernzuhalten. Um das Allergierisiko von Textilien für Heuschnupfengeplagte einzuschätzen, haben die Hohensteiner Wissenschaftler im Labor eine Pollenprüfstrecke entwickelt, welche den Pollenflug simuliert und die Haftung der Pollen auf Textilien untersucht. Mit diesem Prüfansatz lässt sich die Fähigkeit einer textilen Ausrüstung, Pollen aufzunehmen, festzuhalten oder gezielt wieder freizusetzen exakt beurteilen.

Die neu entwickelte Pollenprüfstrecke bietet Textilherstellern die Möglichkeit, künftig optimierte Kleidung und Heimtextilien für Pollen-Allergiker zu entwickeln, um die lästigen Heuschnupfen-Symptome einzudämmen.

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