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07.06.2011 | 326-DE

Schatten ist nicht gleich Schatten

Augen auf beim Sonnenschirm-Kauf

BÖNNIGHEIM (ri) An heißen Sommertagen versprechen Sonnenschirme, Markisen und Strandmuscheln angenehme Temperaturen und Schutz vor schädlicher UV-Strahlung. Bei einer Untersuchung verschiedener Sonnenschirme im Auftrag des SWR-Verbrauchermagazins „Infomarkt“ stellten die Experten der Hohenstein Institute in Bönnig-heim allerdings bereits 2007 erhebliche Qualitätsunterschiedliche hinsichtlich des Son-nenschutzes fest.

Daran hat sich leider nicht viel geändert - trügerische Sicherheit bieten auch in dieser Sommersaison wieder zahlreiche Beschattungstextilien weiß Sabrina Köhler zu berichten. Sie ist bei den Hohenstein Instituten für die Ermittlung des UV-Schutzfaktors (UPF = Ultravi-olet Protection Factor) von Textilien verantwortlich: „Schatten ist nicht gleich Schatten. Bei unseren Untersuchungen stoßen wir auch immer wieder auf Produkte mit einem UPF von 10 oder weniger – für empfindliche Kinderhaut und hellhäutige Erwachsene ist das ohne zusätzlichen Sonnenschutz absolut zu wenig.“ Beim Kauf von Sonnenschirmen, Markisen und Strandmuscheln empfiehlt die Fachfrau deshalb, unbedingt auf die Angaben zum UV-Schutzfaktor zu achten. Dieser auch als UPF Ultraviolet Protection Factor bezeichnete Wert entspricht dem LSF Lichtschutzfaktor bei kosmetischen Sonnenschutzmitteln und gibt den Faktor an, um den die Eigenschutzzeit der Haut durch das Material verlängert wird. Texti-lien sind laut Sabrina Köhler als Sonnenschutz prädestiniert: „Durch spezielle Faser- und Gewebekonstruktionen lässt sich ein maximaler Schutz vor den energiereichen UVA- und UVB-Strahlen erreichen. Gute Sonnenschutztextilien weisen einen UPF von 60 bis 80 auf und helfen damit auch Kinder und empfindliche Menschen effektiv vor einem Sonnenbrand oder einer Vorzeitung Alterung der Haut zu schützen.“ Als Schutz vor den seitlich einfallen-den Strahlen empfiehlt die Expertin aber auch immer, zusätzlich geeignete Kleidung zu tra-gen oder Sonnencreme zu verwenden.

Wichtig ist Sabrina Köhler, dass der UPF von UV-Schutztextilien unter realistischen Trage-bedingungen gemessen wird, also zum Beispiel auch die Alterung des Materials berück-sichtigt wird: „Die größte Sicherheit für Verbraucher bietet der UV Standard 801 und das sowohl bei Beschattungstextilien wie auch bei Bekleidung. Bei dieser Messmethoden darf zudem im Sinne einer Worst-Case-Betrachtung nur der niedrigste Wert aus einer ganzen Testreihe als UPF ausgelobt werden.“

Kritisch bewertet die Expertin die Praxis mancher Hersteller, den UV-Schutz von Textilien in Form von Prozentzahlen anzugeben: „Aussagen darüber, wie viel Prozent der Sonnenstrah-lung von einem textilen Material zurückgehalten werden, sind für den Laien schwer inter-pretierbar. Werden zum Beispiel 95% der Strahlen zurückgehalten, entspricht das gerade mal einem UPF von 20.“ Wer beim Kauf von Beschattungstextilien auf Nummer Sicher ge-hen will, sollte deshalb nach Meinung der Hohensteiner Wissenschaftlerin auf jeden Fall kritisch nachfragen, sich die gemachten Angaben genau erklären lassen und mit den per-sönlichen Anforderungen abgleichen, die sich unter anderem aus dem persönlichen Haut-typ und der daraus resultierenden Eigenschutzzeit (siehe Grafik) ergeben.

Zusätzliche Informationen zum Thema gibt es im Internet u. a. unter www.uvstandard801.de.

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