Presseinformation

14.01.2013 | 459-DE

Der Weißheit auf der Spur

Für nachhaltige Prozesse zu berechenbaren Kosten suchen die Hohenstein Institute nach neuen Methoden gegen die vorzeitige Vergrauung weißer Wäsche.

BÖNNIGHEIM (ak) In der Hotellerie, im Gesundheitswesen und der Lebensmittelindustrie fallen täglich große Mengen Wäsche an, deren Pflege aufgrund der steigenden Energiekosten immer teurer wird. Als Konsequenz haben die Hersteller von gewerblichen Waschmaschinen moderne Waschverfahren mit niedrigem Wasserverbrauch und entsprechend geringerem Heizbedarf entwickelt. Hauseigene Wäschereien und Mietservice-Unternehmen senken ihren Frischwasserbedarf zusätzlich durch Rückgewinnungssysteme.

Durch diese Entwicklung ist im Bereich.Schmutztragevermögen von Waschflotten Forschungsbedarf entstanden, da sich der Verschmutzungsgrad der Textilien nicht verändert hat. „Moderne Waschprozesse mit geringem Wasserverbrauch stellen besondere Anforderungen an die chemisch-physikalische Wirkung von Waschmitteln. Der einmal abgelöste Schmutz muss als stabile Lösung (Dispersion) im Wasser gehalten werden, damit er nicht wieder auf die Faser aufzieht.“ erläutert die Projektleiterin Eva Gierling. Um die so genannte Redeposition, also das erneute Anlagern von bereits gelösten Schmutzpigmenten auf dem Textil, wirksam zu verhindern, will die Forscherin geeignete Waschmittel-Zusatzstoffe identifizieren und Verfahrensempfehlungen entwickeln.

Diese richten sich insbesondere auf bestimmte Rückstände von kosmetischen Produkten und Körperpflegemitteln (Silikon- und Polyquats), die eine unverhältnismäßige, nicht umkehrbare Vergrauung weißer Textilien aus Baumwoll-Polyester-Mischgewebe verursachen. Die Lebensdauer von Frottierwaren, Bettwäsche, Tischtüchern und der in „weißen Branchen“ getragene Berufskleidung sinkt dadurch deutlich.

Im Rahmen eines laufenden Forschungsprojekts (AiF-Nr. 17562N) suchen die Hohenstein Institute nun nach innovativen, nachhaltigen Lösungen, die den Wert der Textilien langfristig erhalten, eine hohe Prozesssicherheit garantieren und dadurch zu stabilen Kosten in der Wäscherei führen.

Anhand neuartiger Testverschmutzungen, die sich an stark praxidsrelevanten Substanzen wie Kosmetika orientieren, soll an den Hohenstein Instituten das Vermögen von Waschflotten – also den Waschbädern - untersucht werden, Schmutz in Lösung zu halten und am Wiederaufziehen zu hindern (Dispergiersvermögen). Die Schmutzentfernung von Staub/Ruß/Hautfett-Kombinationen, Make-up und Curry-Paste wird dann in einer ebenfalls von den Hohenstein Wissenschaftlern zu entwickelnden Bewertungsmatrix erfasst und beurteilt. Diese bildet im Weiteren die Grundlage, anhand derer die Wirksamkeit von sowohl aus Waschmittelformulierungen im Haushaltsbereich bekannten als auch neuartigen Additiven – darunter Dispergierhilfsmittel, Farb- und Vergrauungsinhibitoren - auf das Waschergebnis untersucht werden kann.

Das neu gewonnene Wissen soll der Formulierung einer Beispielrezeptur für ein Waschmittel und der Ausarbeitung eines geeigneten Waschverfahrens für Hoteltextilien und weiße Berufskleidung dienen. Zukünftig sollen gewerbliche Wäschereien, Hersteller von Waschmitteln, Industriewaschmaschinen und –anlagen sowie Textilproduzenten bei der Entwicklung nachhaltiger Systeme darauf aufbauen können.

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