Presseinformation

27.09.2012 | 440-DE

Neue Maße für “starke Männer“

Forschungsprojekt liefert aktuelle Daten für passformgerechte Bekleidung

BÖNNIGHEIM (IS/ri) Frauen mit starken Figuren hatten vor zwei Jahren den Vortritt – nun sollen auch Männer mit großen Konfektionsgrößen im Rahmen eines Forschungsprojekts (AiF- Nr. 17460 N) an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim umfassend vermessen und die ermittelten Daten wissenschaftlich ausgewertet werden. Ziel ist es, der Bekleidungsindustrie künftig auch für die großen HAKA-Größen eine solide Grundlage für die Konstruktion und Produktentwicklung zur Verfügung zu stellen und damit Passformprobleme zu vermeiden.

Bereits seit vielen Jahren entwickeln sich die durchschnittlichen Körperproportionen der Bevölkerung hin zu stärkeren Figuren. Da noch nie Körperdaten von Männern mit großen Größen erfasst und untersucht wurden, fehlen der Bekleidungsindustrie allerdings bislang fundierte Informationen zu dieser Personengruppe. Die Modellentwicklung der Branche basiert daher auf empirischen Erfahrungswerten, die den Anforderungen der Zielgruppe insbesondere im Hinblick auf die Passform nur bedingt gerecht werden. Dem soll nun durch neue und um zusätzliche Maße ergänzte Körpermaßtabellen speziell für Männer mit großen Größen Abhilfe geschaffen werden. Voraussetzung dafür sind aussagekräftige Daten, die mit Hilfe modernster 3D-Scannertechnologie ermittelt werden.

Aufgrund fehlender Informationen wurden bislang die Körpermaße der großen Größen aus den Proportionen der kleinen und mittleren Größen durch Extrapolation abgeleitet. Die Homogenität der Proportionen nimmt jedoch mit zunehmendem Körpervolumen ab. Die Folge sind stark differierende Körperformen, die bei der Umsetzung einer optimalen Passform und eines guten Tragekomforts bei großen Größen mit ins Kalkül genommen werden müssen.

Dies gilt im besonderen für die Entwicklung von Schneiderbüsten für große Größen, wie sie zur realistische n Passformkontrolle genutzt werden. Deshalb werden im Rahmen des aktuellen Forschungsprojektes auch mittlere 3D-Körper entwickelt, die den Querschnitt der Größen und Figurtypen widerspiegeln und erstmals realistisch repräsentieren. Dies ist ein bedeutender Fortschritt in Bezug auf die Büstenherstellung für Passformkontrollen, aber auch für 3D-Konstruktions- und Simulationssysteme, deren Nutzen ebenfalls in hohem Maße von der Qualität der virtuellen Körper abhängt.

Erstmals werden die Hohenstein Wissenschaftler zudem die Zusammenhänge zwischen morphologischen und bekleidungsphysiologischen Daten untersuchen. Ziel ist es herauszufinden, inwieweit sich die Schweißbildung und Wärmeentwicklung „starker Männer“ von ihren Geschlechtsgenossen unterscheidet. Die Ableitung wichtiger bekleidungsphysiologischer Richtwerte wie Atmungsaktivität und Wärmeisolation sind für den prosperierenden Funktionstextilien-Markt hoch interessant.

Die Daten aus dem Forschungsprojekt stellen eine wichtige Ergänzung zu den Ergebnissen der Deutschen Reihenmessung SizeGERMANY dar. Interessierte Unternehmen ruft Projektleiterin Simone Morlock deshalb auf, sich frühzeitig an dem Projekt zu beteiligen: „Die Daten aus dem Projekt „Große Größen für Männer“ stehen allen Unternehmen zur Verfügung. Durch eine aktive Mitarbeit am Projekt können sie sich zusätzlich einen zeitlichen Vorteil beim Zugriff auf die Körpermaßtabellen, Körperformanalysen, Angaben zur prozentualen Verteilung, virtuelle Formkörper usw. sichern.“

Diese Informationen ermöglichen dann eine optimierte Schnittgestaltung, die den Bedürfnissen von kräftig gebauten Männern gerecht wird. Die soziodemographischen Daten inklusive der Angaben zu Marktanteilen der einzelnen Konfektionsgrößen sind darüber hinaus wichtig für die optimale Sortimentsgestaltung von Herstellern und Handelsunternehmen.

Kontakt:
Simone Morlock
E-Mail: s.morlock@hohenstein.de
Telefon: +49 7143 271305

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