Presseinformation

08.02.2017 | 724-DE

Problematik & Herausforderung Cup-Größen

Forschungsprojekt liefert neue Daten zum Brustvolumen zur Optimierung der Cup-Größen

BÖNNIGHEIM (blb) - Über 35 Millionen Frauen und Mädchen in Deutschland tragen täglich einen BH. Allein dieses hohe Marktvolumen verdeutlicht die besondere Herausforderung für Hersteller von Miederwaren und cup-basierter Bekleidung, passformsichere Miederprodukte zu entwerfen. Doch nationale und internationale Studien belegen, dass mehr als 50 % der Frauen einen schlecht sitzenden BH tragen und dass viele Frauen große Probleme haben, die richtige BH-Größe zu finden.

Warum ist dem so? Die Ursache liegt vor allem in der gängigen BH-Größensystematik, die keine brustvolumenabhängige Cup-Bestimmung erlaubt. In Deutschland wird die BH-Größe durch eine Zahl und einen Buchstaben gekennzeichnet – z.B. 75 B. Die Zahl kennzeichnet die Unterbrustweite in Zentimeter, während der Buchstabe für die Cup-Größe steht. Die Cup-Größe basiert auf der Differenz zwischen den Maßen Brust- und Unterbrustumfang. Danach sucht die Kundin den BH im Handel aus, und darauf basieren auch die weiteren Vorgaben für die Schnittentwicklung von Produkten mit Cup-Ausprägung wie Miederwaren, Bademoden oder körpernaher Bekleidung. Doch das einfache Differenzmaß zwischen Brust- und Unterbrustumfang lässt keinen Rückschluss auf die tatsächliche Ausprägung der Brustform und des Volumens zu. Daraus resultiert zum einen, dass sich die Cup-Formen und Größen unterschiedlicher Hersteller deutlich unterscheiden. Zum anderen entsteht dadurch eine große Unsicherheit der Kundinnen bei der Größenfindung.

Innovativer Ansatz zur optimierten Cup-Bestimmung

Passformsichere Miederprodukte für Frauen aller Größen, Körpertypen sowie Altersgruppen lassen sich auf Basis der gängigen Cup-Systematik nicht realisieren. Zu variabel sind die Körperformen von Frauen, insbesondere deren Brustausprägung.

Aus diesem Grund initiierten die Hohensteiner Institute ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, eine neue Methodik zu entwickeln, die eine körperform- und brustvolumenabhängige Cup-Bestimmung erlaubt. Zentrale Fragestellungen der Forschungsarbeiten waren „Welche Körperparameter beeinflussen die Cup-Größe?“, „Mit welchen anthropometrischen Verfahren ist das Cup-Volumen sicher und präzise zu bestimmen?“ und „Wie kann eine sichere Größenzuordnung zu den Cup-Größen unter Berücksichtigung des tatsächlichen Brustvolumens erfolgen?“ Zur Durchführung der Forschungsarbeiten wurden modernste 3D-Technologien genutzt.

Als Ergebnis liegen Daten zum Brustvolumen sowie neue Brustmaße vor, welche als Ergänzung und Aktualisierung der bestehenden Miedergrößentabellen genutzt werden können. Es werden relevante Körperparameter beschrieben sowie Lösungsansätze zur optimierten Cup-Größenbestimmung dargelegt. Des Weiteren wurden virtuelle 3D-Cupmodelle zur Visualisierung der Cup-Größen entwickelt und auf deren Basis volumenbasierte Grundschnitte 3D-basiert konstruiert. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass der erfolgreiche Vertrieb von Miederprodukten sowohl zielgruppen- als auch produktabhängig ist. Eine Standardlösung passend für alle wird es auch zukünftig nicht geben.

Die neuen Projektergebnisse beschreiben die spezifischen Größenanforderungen an Miederwaren und cupbasierten Bekleidungsprodukten und stellen wichtige Entwicklungsgrundlagen bereit. Sie unterstützen eine optimierte Produktpassform, eine kundengerechte Größenfindung sowie eine Reduzierung der hohen Produktentwicklungskosten. Darüber hinaus stellen die entwickelten virtuellen Brustmodelle wertvolle Passformgrundlagen für die Nutzung in 3D-Simulations- und Konstruktionssystemen dar.

Wer profitiert von der innovativen Methode zur Cup-Bestimung

Es steht ein Forschungsbericht zur Verfügung, der von allen interessierten Unternehmen bezogen werden kann. Er beschreibt die Ergebnisse sowie die erforschten Grundlagen, die bei der Entwicklung und bei dem Vertrieb von Miederwaren sowie cupbasierten Bekleidungsprodukten zu berücksichtigen sind. Doch nicht nur die Hersteller von Mieder- und Orthopädiewaren oder Damenoberbekleidung profitieren. Letztendlich wird auch die Kundin selbst einen Nutzen davon haben, wenn es gelingt auf Basis der Forschungsergebnisse kundengerechte BH-Formen zu entwickeln und zu vertreiben. Zum einen kann die Größenfindung im Handel verbessert werden und zum anderen dazu beigetragen werden, dass Frauen einen passenden BH tragen. So können langfristig typische gesundheitliche Beschwerden wie Hautreizungen, Schulter- und Rückenbeschwerden sowie Schulterverformungen durch schlecht sitzende BHs hoffentlich vermieden werden.

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