Presseinformation

08.12.2015 | 666-DE

Männer-Mode XLplus

Neue Daten zu Konfektionsgrößen und Thermoregulation von Männern mit großen Größen

BÖNNIGHEIM (cka) Im Rahmen des Forschungsprojekts „Große Größen Männer“ (IGF-Nr. 17460 N) haben die Hohenstein Institute die speziellen Körperausprägungen und thermophysiologischen Voraussetzungen von Männern mit Umfangsmaßen und Volumen oberhalb gängiger Konfektionsgrößen analysiert. Entwickelt haben die Wissenschaftler neue Größentabellen für große Größen, definierte Körpertypen, optimierte Grundschnitte sowie bekleidungsphysiologische Erkenntnisse. Diese unterstützen die Bekleidungsindustrie künftig bei der zielgruppengerechten Produktentwicklung.

Körperdaten zur Entwicklung von Bekleidung in großen Größen fehlen
Die Nachfrage nach Plus-Size-Mode im Handel steigt. Die Anteile großer Männerbekleidung im Markt haben deutlich zugenommen. Das zeigt ein Ergebnisvergleich der HAKA-Reihenmessung 1980 mit SizeGERMANY 2009.* Die Bekleidungsindustrie hat bei der Produktentwicklung jedoch zu kämpfen, da entsprechende Größentabellen nicht existieren. Um Lösungen für die deutsche Bekleidungsindustrie zu finden, haben die Hohenstein Institute das Forschungsprojekt „Große Größen Männer“ initiiert. Dieses lehnt sich an das Projekt „Starke Figuren“ (IGF-Nr. 15144 BG) aus dem Jahr 2009 an. Das Vorhaben löste die gleiche Größenproblematik bereits für Frauen und liefert der Industrie seitdem wichtige Körperdaten, um einheitliche Konfektionsgrößen zu erstellen.

Neu: Größentabelle für die HAKA-Größen 60 bis 78
Im Rahmen des Forschungsprojekts führten die Hohenstein Experten eine Reihenmessung mit moderner 3D-Scannertechnologie durch. Erstmals profitiert die Bekleidungsbranche nun von repräsentativen Körpermaßen für Männer mit großen Größen. Auf dieser Grundlage haben die Wissenschaftler eine HAKA-Größentabelle für fünf Größenreihen und Figurtypen der Größen 60 bis 78 entwickelt. Diese basiert auf der Größensystematik von SizeGERMANY, um eine möglichst breite Akzeptanz im Markt zu erreichen. Neu sind in die Untersuchungen zielgruppenspezifischen Körpermaße eingeflossen, wie z. B. der Bundumfang.

Optimiert: 3D-Körpermodelle und körperkonforme Grundschnitte
Die Forscher haben auf Basis der neuen Körperdaten mittlere virtuelle 3D-Körpermodelle entwickelt. Sie zeigen die durchschnittlichen Körperformausprägungen, insbesondere die Bauchform für die einzelnen Größen auf. Die Bekleidungsindustrie kann die Ergebnisse bei der Entwicklung von Büsten, 3D-Konstruktionen und Simulationen nutzen. Neu erstellten die Textilexperten optimierte Grundschnitte für Hosen und Jacken. Dabei setzten sie einen neuen 3D-basierten Lösungsansatz ein.

Bekleidungsphysiologische Erkenntnisse
Um Hinweise auf mögliche Optimierungen des Tragekomforts zu erhalten, wurde im Projekt auch die Thermoregulation von Männern mit großen Größen erforscht. Anhand von Trageversuchen in der Klimakammer konnten die Forscher erstmals Unterschiede zwischen dem physiologischen Verhalten des „Standard-Manns“ und dem mit großer Größe darlegen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass letztere stärker und schneller schwitzen. Jedoch zeigen sich große Unterschiede zwischen den Probanden und daher sind weitere Untersuchungen notwendig, um Männer mit großen Größen beurteilen zu können.

*Der Ergebnisvergleich der HAKA-Reihenmessung von 1980 mit der SizeGERMANY 2009 zeigt, dass die Marktanteile der Männer in großen Größen in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.

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